Tränenreicher Platz zwei im Bundesfinale!

Die besten Schülerligateams (Fußballschulen ausgenommen) trafen sich diese Woche in Tirol, um den Bundessieger zu eruieren.

Eigentlich reisten nur Sieger an, denn die Teams gewannen bereits den Landesbewerb und dieses Turnier war für alle nur noch das Sahnehäubchen.

Auch unsere Schule qualifizierte sich erstmals für diese Veranstaltung. Die Erwartungshaltung war keinesfalls euphorisch, weil wir absolut nicht wussten, welche Gegner uns erwarten würden.

Aufgrund der vielen Regentage wurde die Vorrunde auf Kunstrasen gespielt. Genau das kam unserer Technikermannschaft sehr entgegen. Die Spieler des BRG Traun sind eher klein, aber technisch stark.

Bereits im ersten Spiel mussten alle bemerken, dass wir nicht nur Techniker sind, sondern auch Teamgeist und Kämpferherz haben. Gegen den Vertreter aus Wien stand das Spiel lange Zeit an der Kippe. Ein Freistoß von Edin Mujakic brachte die Entscheidung zu unseren Gunsten: Scharf und flach – wie von den Betreuern gefordert – kam der Ball zum Tormann, der nur noch abklatschen konnte und Yusuf Aydar traf aus wenigen Metern zum 1:0 Sieg.

Das zweite Spiel gegen Lienz war der absolute Wahnsinn. Insgesamt 7 blaue Karten in nur 20 Minuten sind Beweis genug für den Ehrgeiz beider Teams. Letztendlich bescherten uns tolle Paraden von Tormann Laurent Mali und die Schusskraft der Stürmer (Mujakic 2x und Alpay Acgül) einen klaren 3:0 Sieg.

Im letzten Spiel reichte uns bereits ein Unentschieden zum Aufstieg ins Finale. Durch ein Kontertor von Edin Mujakic siegten wir neuerlich mit 1:0.

Im Finale trafen wir auf eine niederösterreichische Mannschaft. Gespielt wurde nun auf Naturrasen im Stadion. Die österreichische Bundeshymne ertönte vor dem Anstoß und spätestens jetzt wussten alle, dass dies ein besonderes Ereignis war, das sie wahrscheinlich nur einmal im Leben spüren dürfen.

Vielleicht wurde durch diesen bewegenden Moment auch eine Portion Nervosität ausgelöst, denn beide Teams zeigten alles andere als guten Fußball. Die Niederösterreicher schafften es zu keinem einzigen Torschuss und wir dominierten zwar das Spiel, konnten aber die wenigen Chancen auch nicht nützen.

Der Sieger musste also durch Elfmeterschießen ermittelt werden. Wir hatten eigentlich ein gutes Gefühl, denn Laurent Mali schien an diesem Tag unüberwindbar. Neben dem Tormann braucht man aber auch Schützen und das sollte das Problem werden: Es gibt nichts Unangenehmeres als in einer solchen Situation zum Elfmeterpunkt zu gehen. Das wussten offensichtlich auch unsere Jungs. Kaum einer wollte die Verantwortung übernehmen. Die letzten Schützen mussten von den Betreuern mehr oder weniger überredet werden. Die Angst vor dem öffentlichen Versagen war zu groß. Angst aber lähmt und deswegen jubelten zuletzt die anderen und unsere Spieler lagen am Boden und kämpften mit den Tränen.

Und trotzdem: Alle, die dabei waren, werden noch mehrmals in ihrem Leben voller Stolz erzählen: „Ich war im Bundesfinale!“

Ein großes Danke gilt der Stadt Traun, die uns finanziell bestens unterstützte.

Michael Machreich